Beetplanung nach Nährstoffbedarf und
Anbau in Mischkultur
Nachdem wir im letzten Artikel unser neues Beet angelegt haben, geht es nun um eine gute Beetplanung, damit unser Gemüse prächtig gedeiht und wir eine reiche Ernte erzielen.
Welches Gemüse wir auf unserem Beet anbauen, richtet sich natürlich nach unserem Geschmack. Gemüse, das uns schmeckt, motiviert uns für die Gartenarbeit und belohnt unsere Mühe.

Beetplanung nach Nährstoffbedarf
Für die Beetplanung gibt es verschiedene Ansätze. Als günstig hat es sich erwiesen, Pflanzen mit ähnlichem Nährstoffbedarf auf einer Fläche unterzubringen, da sie ähnlich gedüngt werden müssen. Hierzu kann entweder das Beet unterteilt werden in Flächen für Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer – also Pflanzen mit hohem, mittlerem und geringem Bedarf an Nährstoffen und somit Düngung. Diese Flächen können aber auch auf mehrere Beete verteilt werden, d. h. ein Beet für Starkzehrer, ein Beet für Mittelzehrer und ein Beet für Schwachzehrer. Die Flächen sollten jährlich gewechselt werden, um Bodenmüdigkeit vorzubeugen und übermäßiges Düngen zu vermeiden. Hier kann das Prinzip einer Drei-Felder-Wirtschaft genutzt werden.
Übersichten dazu, welchen Nährstoffbedarf die verschiedenen Gemüsearten haben, sind in vielen Gartenbüchern oder im Internet zu finden. Die Grenzen sind dabei fließend und einige Arten können als Stark-/Mittelzehrer oder als Mittel-/Schwachzehrer eingeordnet werden.
Hier einige Beispiele:

| Starkzehrer brauchen eine gute Nährstoffversorgung durch Kompost, organischen Dünger, dazu Steinmehl und Pflanzenjauchen | Mittelzehrer sind mit Kompost und gelegentlich einer Portion Brennnesseljauche oder etwas organischem Dünger voll und ganz zufrieden | Schwachzehrer sind sehr genügsam und kommen mit ab und zu ein wenig Kompost aus |
| Artischocke Aubergine Blumenkohl Brokkoli Gurke Kartoffel Kopfkohl Kürbis Lauch Melone Paprika Rhabarber Rosenkohl Sellerie Tomate Wirsing Zucchini Zuckermais | Erdbeere Fenchel Karotte Knoblauch Kohlrabi Mangold Pastinake Rettich Rote Bete Salat Schwarzwurzel Spargel Spinat Stangenbohne Zwiebel | Buschbohne Erbse Feldsalat Kräuter Kresse Petersilie Puffbohne Radieschen Rucola |
Anbau in Mischkultur
Zusätzlich hat sich der Anbau in Mischkultur bewährt, der auch auf kleineren Flächen für eine gute Ernte sorgt. Hierbei wachsen verschiedene Gemüse, Kräuter und einjährige Blumen, die sich in ihrem Wuchs der Blätter und Wurzeln nicht stören, zusammen auf einem Beet und können sich sogar gegenseitig günstig beeinflussen. Dies bringt nicht nur für die Ernte Vorteile, sondern auch für die Pflanzengesundheit. Informationen dazu, welche Arten gute Nachbarn sind und welche nicht, finden sich in einer Mischkulturtabelle. Diese gibt es heute in so gut wie jedem Gartenbuch oder auch online, z. B. beim
NDR Garten-Ratgeber-Mischkultur (PDF)
Anhand dieser Tabelle können wir nun überlegen, welche Pflanzen wir am besten wo und wie zusammen platzieren. Praktisch ist es hierfür, eine Skizze des Beetes anzufertigen und die geplanten Kulturen einzutragen. Die Skizze am besten aufbewahren, denn sie kann im nächsten Jahr der Erinnerung auf die Sprünge zu helfen, wenn es um die Beetplanung für die neue Saison geht. Diese sollte eine Fruchtfolge bewirken, damit Gemüsearten bestimmter Pflanzenfamilien nicht jedes Jahr am selben Platz stehen, sondern auch mal wechseln. Dies ist wichtig für gleichbleibend hohe Erträge und gesunde Pflanzen.
| Einige Pflanzenkombinationen funktionieren so gut, dass sie wahre Klassiker geworden sind. Diese Pflanzen fördern sich gegenseitig und wehren oder lenken Schädlinge ab: | Folgende Kombinationen sind eher nicht zu empfehlen, da diese Arten nicht gut miteinander auskommen oder sogar Krankheiten übertragen können: |
| Erdbeeren & Knoblauch, Gurken & Basilikum, Kopfsalat & Kohlrabi, Buschbohnen & Bohnenkraut, Tomaten & Buschbohnen, Zwiebeln oder Lauch & Karotten, Rote Bete & Blumenkohl, Kartoffeln & Tagetes, Mais & Kürbis. | Zwiebeln & Bohnen, Zwiebeln & Kohl, Zwiebeln & Kartoffeln, Tomaten & Kartoffeln, Tomaten & Erbsen, Kartoffeln & Sellerie, Kartoffeln & Sonnenblumen, Bohnen & Erbsen, Petersilie & Kopfsalat. |
Vor- und Nachkulturen – Da geht noch was…
Die Tatsache, dass die verschiedenen Gemüsearten unterschiedlich lange Wachstums- und Reifezeiten haben, können wir bei der Beetbestellung nutzen, um noch mehr aus unserem Beet herauszuholen. Hauptkulturen, das sind Gemüsearten mit langer Kulturdauer, stehen den ganzen Sommer über auf dem Beet. Es gibt aber auch schneller wachsende Gemüse, die wir schon im Frühjahr oder noch im Herbst anbauen und nach kurzer Zeit ernten können.
Hierzu zählen z. B. Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen und Spinat mit zwischen 20 und 80 Tagen von der Aussaat bis zur Ernte. Sie passen gut vor oder nach der Hauptkultur aufs Beet und eignen sich auch als Lückenfüller.
Pflanzabstände einplanen
Egal, ob wir selbst Pflanzen vorziehen oder Jungpflanzen kaufen und direkt pflanzen, die richtigen Abstände sollten wir in jedem Fall einhalten. Nur so ist gewährleistet, dass die ausgewachsenen Pflanzen ausreichend Platz finden und wir zum Jäten und Gießen jederzeit gut an den Boden kommen. Angaben zum Reihenabstand und Pflanzenabstand finden sich auf den Saatguttüten oder am Pflanztopf. Die Höhe der ausgewachsenen Pflanzen ist ebenfalls wichtig. So sollten wir die höheren Pflanzen möglichst „hinten“ platzieren, also in dem Bereich des Beetes, der nach Norden liegt, damit sie die übrigen, niedrigeren Pflanzen nicht beschatten.