Ein Beet mehr-Teil 1

Ein neues Beet anlegen

Ein neues Beet eröffnet neue Möglichkeiten. Wir zeigen, wie ihr den besten Standort findet, den Boden vorbereitet und selbst Rasenflächen in fruchtbare Gemüsebeete verwandelt.

Mit diesem Beitrag starten wir in eine mehrteilige Reihe, die euch unter dem Titel „Ein Beet mehr“ dazu inspirieren möchte, mit wenig Aufwand neue Beetflächen im Garten zu schaffen – vom Anlegen eines Beetes über die Pflanzplanung bis hin zur Bepflanzung.

Wo soll das Beet hin?
Bevor wir ein neues Beet anlegen, müssen wir uns zunächst einige Dinge überlegen:

Welche Größe und Ausrichtung sind günstig?

Welche Bodenbedingungen benötigen wir für das Gemüse auf unserem neuen Beet?

Maße des Beetes

Standort, Größe und Ausrichtung des neuen Beetes:
Der Standort des neues Beetes richtet sich nicht nur danach, wo in unserem Garten Platz vorhanden ist, sondern muss auch die Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen. Gemüsepflanzen benötigen in der Regel einen sonnigen Standort, an dem sie von früh bis spät mit ausreichend Sonnenlicht versorgt werden, um ordentlich zu gedeihen. Das Beet sollte ausreichend Abstand zu Schatten werfenden Gebäude, Mauern, größeren Bäumen und Hecken haben. Bäume, Sträucher und Hecken entziehen dem Boden über ihre Wurzeln zudem einiges an Wasser, was Gemüsepflanzen schaden kann, die zu dicht an solchen Gehölzen stehen. Auch das Mikroklima hat Einfluss auf das Pflanzenwachstum und die Pflanzengesundheit. Ein windgeschützter Platz, an dem dennoch eine gute Luftzirkulation besteht, ist ideal für den Anbau von Gemüse. Als praktisch hat sich eine Beetbreite von 1,20 m bewährt, da sich damit das Beet von beiden Seiten gut bearbeiten lässt. Gärtnerinnen und Gärtner von kleinerer Statur können die Breite auch verringern, um die Beetmitte besser zu erreichen. Die Länge richtet sich danach, wie viel Platz zur Verfügung steht und wie gut und schnell man zum Kompost, zur Regentonne oder zum Geräteschuppen gelangt. Trittwege zwischen Beeten sollten ca. 30 cm breit sein, Hauptwege etwas breiter, um Platz zum Befahren mit einer Schubkarre zu haben.

Zu Rasenflächen empfiehlt sich eine Abgrenzung, z. B. aus Stein (Kantensteine), um das Einwachsen von Rasenpflanzen in das Beet zu verhindern. Was die Ausrichtung anbelangt, so ist eine Nord-Süd-Ausrichtung der lange Beetseite am besten. So werden die Pflanzen am Morgen von Osten, über Mittag von Süden und am
Nachmittag von Westen her beschienen. In einem nach Süden ausgerichteten Garten ist aber auch eine Ost-West-Ausrichtung der Beete kein Problem. Bei dem hohen Sonnenstand im Sommer erhalten alle Pflanzen trotzdem genug Licht.


Guter Boden = gute Bedingungen für neue Pflanzen
Nachdem wir einen guten Platz für unser neues Beet gefunden haben, stehen noch einige Überlegungen zum Thema Boden an. Der ideale Boden für Gemüse ist von krümeliger Struktur und enthält viel organisches Material. Damit kann er gut Wasser aufnehmen und stellt ausreichend Nährstoffe für unsere Gemüsepflanzen bereit. Der entscheidende Faktor für die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens ist das Zusammenwirken der mineralischen und organischen Anteile des Bodens, und hierbei spielt Humus eine entscheidende Rolle. Humus entsteht durch organisches Material (Pflanzenreste), das von den Bodenorganismen zersetzt wird. Damit unser Boden fruchtbar ist und bleibt, müssen wir immer wieder organisches Material in Form von zerkleinerten Pflanzenresten (Mulch) oder Kompost zuführen, dass durch Bodenorganismen wie Kompostwürmer, Regenwürmer, Pilze und Bakterien zu Humus verarbeitet werden kann. Um die Bodenorganismen bei ihrer wichtigen Arbeit nicht zu stark zu stören, empfiehlt sich eine schonende Bodenbearbeitung ohne Umgraben. Dabei wird der Boden mit einer Grabegabel aufgelockert (einstechen und hin und her bewegen) und dann hauptsächlich an der Oberfläche mit Grubber, Hacke, Rechen, Sauzahn etc. bearbeitet.


Auf das neue Beet wird nach dem Jäten und Lockern im Frühjahr eine ca. 4 bis 5 cm hohe Schicht reifer Kompost aufgebracht und bis ca. 10 cm tief in die obere Bodenschicht eingearbeitet. Der Humus aus dem Kompost versorgt unsere Gemüsepflanzen zunächst mit ausreichend Nährstoffen. Diese werden jedoch mit der Zeit verbraucht, sodass nachgedüngt werden muss. Insbesondere Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf (Starkzehrer) benötigen zusätzlich Stickstoff. Hierfür können organische Dünger oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen verwendet werden.


Ein weiterer wichtiger Punkt für den Gemüseanbau ist der pH-Wert des Bodens, der angibt, wie sauer oder kalkhaltig der Boden ist. Der pH-Wert lässt sich einfach selbst mit einem Bodentest-Set überprüfen. Er sollte für die meisten Gemüsekulturen im Bereich von 6 bis 7 (neutral) liegen. Bei einem zu niedrigen pH-Wert (sauer), sollte der Boden mit etwas Düngekalk aufgekalkt werden. In der Packungsbeilage des Testsets sind hierzu genaue Angaben nachzulesen.


Tipp: Bodenprobe
Um Klarheit über die Bodenbeschaffenheit auf neuen Beetflächen zu gewinnen, könnt ihr eine Bodenprobe nehmen und beim Stadtverband Leipzig der Kleingärtner zur Analyse abgeben. Ihr erhaltet dann eine Auswertung mit Angaben zu Bodenart, pH-Wert, Nährstoffgehalt, Humusgehalt und eine Düngeempfehlung. Die Kosten für die Analyse und Auswertung belaufen sich auf 5 € pro Bodenprobe. Nähere Informationen dazu, wie die Bodenprobe genommen wird und wann und wo ihr sie beim Stadtverband abgeben könnt, findet ihr hier:

Bodenprobe – Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V.


Tipp: Grasflächen einfach urbar machen mit Pappe
Das Roden von Graspflanzen ist zumeist mühsam und langwierig. Mit einem einfachen Hilfsmittel lassen sich Grasflächen leichter von Gras befreien, um hier Beete anzulegen. Dies ist vor allem in den Wintermonaten günstig, wenn der Garten nicht genutzt wird und die Graspflanzen sowieso durch Dunkelheit und Kälte geschwächt sind.


Dazu wie folgt vorgehen:
Beetfläche abmessen und mit Gartenschnur abstecken, Markierte Grasfläche mit Pappe belegen, damit die Graspflanzen darunter kein Licht mehr erhalten und vergehen. Dazu größere Pappstücke sammeln, von Klebeband, Metallklammern und Aufklebern befreien, in einer dichten Lage auf die abgesteckte Grasfläche legen und mit Steinen beschweren.
Nach einigen Wochen die Pappe vom Boden entfernen, den Boden mit der Grabegabel lockern und die Reste der Graspflanzen einfach entfernen. Die Pappe kann auch angefeuchtet und mit einer 15 cm dicken Schicht aus Kompost Erde-Gemisch bedeckt werden, in die dann direkt gepflanzt wird. Dies empfiehlt sich jedoch nur, wenn die Pappe frei von Farbstoffen, Klebstoffen und Kunststoffen (z. B. Klebeband, Aufdrucke, Etiketten) ist, damit diese nicht ins Gemüse gelangen und nicht die Bodenlebewesen gefährden. Da es einige Zeit dauert, bis die Pappe verrottet ist, sollten auf dem Beet zunächst keine Wurzelgemüse angebaut werden.
Zum Schluss das Beet umgraben oder mit der Grabegabel auflockern und Steine, falls vorhanden, herauslesen, oberflächlich grubbern und harken

Achtung, Mitesser!
Auf neuen Beeten, die zuvor Rasenflächen waren, besteht die Gefahr, dass sich Drahtwürmer im Boden befinden. Ob dies der Fall ist, lässt sich einfach testen: Eine oder zwei Kartoffeln halbieren und mit der Schnittfläche nach unten ca. 5 cm tief in die Erde legen. Nach einigen Tagen nachschauen, ob sich Drahtwürmer in die Kartoffelstückchen gebohrt haben. In diesem Fall sollten im ersten und zweiten Jahr an diesem Platz keine besonders anfälligen Gemüsesorten wie Kartoffeln oder Möhren angebaut werden. Den Boden um Pflanzen herum häufig hacken. Auch einige Ringelblumen und Tagetes auf dem Beet können helfen, da ihr Geruch Drahtwürmer abschreckt und ihre Wurzeln für Drahtwürmer giftig sind.

Im nächsten Teil der Reihe „Ein Beet mehr“ dreht sich alles um die Pflanzplanung für eine Bepflanzung des neuen Beetes mit Gemüse in Mischkultur.